Nicht ohne Grund landet Rovinj auf dem Cover von gefühlt jedem Istrien-Reiseführer. So eine kleine Stadt, und trotzdem gibt es hier pro Quadratmeter mehr fotogene Ecken als fast irgendwo sonst am Mittelmeer. Egal, ob du mit der Spiegelreflex unterwegs bist oder nur dein Handy dabei hast — hier sind die besten Motive, und wann du sie draufhaben solltest.
Der Hafen in der goldenen Stunde
Das klassische Rovinj-Foto: die bunten Häuser am Wasser, die sich im Hafen spiegeln, Fischerboote im Vordergrund, der Glockenturm von Sv. Eufemija, der über allem thront. Komm zur goldenen Stunde (ungefähr eine Stunde vor Sonnenuntergang), dann liegt das warme Licht auf den Fassaden. Am besten stellst du dich an die Südseite der Hafenpromenade und schaust Richtung Norden.
Die Dächer von oben
Steig auf den Glockenturm von Sv. Eufemija. Kostet ein paar Euro, die Treppe ist eng, aber jede Stufe lohnt sich. Oben hast du 360 Grad Rundumblick: die orangen Dächer, die bis zum Meer hinunterpurzeln, die vorgelagerten Inseln, und an klaren Tagen sogar die italienische Küste. Die Perspektive auf Rovinj schlechthin.
Die engen Gassen
Hier passiert die Magie. Die Gassen in der Altstadt sind unfassbar schmal — manche kaum breiter als deine Schultern. Unter den Füßen Kopfsteinpflaster, über dir hängt Wäsche zwischen den Häusern, in den Hauseingängen schlafen Katzen, an alte Mauern gelehnt stehen Vespas. An jeder Ecke wartet ein Bild auf dich.
Die schönsten Gassen zum Fotografieren: Grisia (die Hauptgasse hoch zur Kirche, voller Galerien), Vladimira Švalbe (die engste von allen) und die namenlosen Seitengassen hinter der Kirche auf der Südseite der Halbinsel — der ehrlichste, am wenigsten touristische Teil der Stadt.
Die Details
Rovinj belohnt, wer nah rangeht. Halt Ausschau nach: verblichenen Fensterläden in allen Blau- und Grüntönen, Blumentöpfen auf Fensterbänken, handgemalten Hausnummern, verwitterten Torbögen aus Stein, Fischernetzen, die am Kai trocknen, eisernen Türklopfern in Delfinform. Die Textur dieser Stadt ist einfach großartig.
Die stille Seite
Die meisten Fotografen kommen nie über den Hafen und die Grisia hinaus. Geh mal an der Kirche vorbei, auf die andere Seite der Halbinsel. Da findest du das echte Rovinj — alte Frauen, die Wäsche zwischen den Häusern aufhängen, Fischer, die ihre Netze flicken, überall Katzen. Keine Touristen, keine Läden, nur Leben. Das Licht am Nachmittag ist auf dieser Seite wunderschön.
Sonnenuntergang vom Molo Grande
Die Mole am südlichen Ende des Hafens (Molo Grande) ist der Ort, an dem sich die Einheimischen jeden Abend treffen, um die Sonne untergehen zu sehen. Ein Geheimtipp ist das nicht — kennt jeder — aber es ist tatsächlich einer der schönsten Sonnenuntergangs-Plätze an der ganzen Adria. Die Silhouette der Altstadt vor einem brennenden Himmel — das Foto braucht keinen Filter.
Tipps fürs Fotografieren
- Bestes Licht: am frühen Morgen (vor 9 Uhr) und zur goldenen Stunde (1–2 Stunden vor Sonnenuntergang). Die Mittagssonne ist hart und die Gassen sind voll.
- Beste Jahreszeit: Mai–Juni und September–Oktober. Weniger Leute, weicheres Licht, und die Stadt fühlt sich echter an.
- Dreh das Handy quer — oder eher hochkant. Die schmalen Gassen und hohen Häuser schreien förmlich nach Hochformat.
- Schau nach oben und nach unten. Die spannende Architektur ist über Augenhöhe, und auch die Muster im Kopfsteinpflaster lohnen sich.
- Nimm Rücksicht auf die Leute. In der Altstadt wohnen Menschen. Nicht in Fenster reinfotografieren, keine Hauseingänge blockieren.
- Pack ein Weitwinkel ein für die engen Gassen und ein Teleobjektiv, wenn du den Hafen aus der Ferne einfangen willst.
Wenn du die besten Ecken der Altstadt der Reihe nach ablaufen willst, schau dir unseren Altstadt-Spaziergang an.







