Jeden Juni füllt sich der Hafen von Rovinj mit Holzbooten, die noch genauso getakelt sind wie vor hundert Jahren. Die Rovinj-Regatta der traditionellen Boote mit Lugger- und Lateinsegel gehört zu den letzten traditionellen Segelrennen an der Adria, und die Ausgabe 2026 — zum 20. Jubiläum — läuft vom 12. bis 14. Juni.
Was dich erwartet
Rund 40 traditionelle Segelboote aus Kroatien, Italien und Slowenien treffen sich im Hafen von Rovinj zu drei Tagen Rennen, Ausstellungen und Hafenleben. Gesegelt wird mit Lugger- und Lateinsegeln — genau den Riggs, mit denen an der Adria jahrhundertelang gefischt und Handel getrieben wurde. Keine Motoren, keine modernen Segel, kein GPS.
Die Rennen führen durch das Archipel und wieder zurück in den Hafen. Starts und Zieleinläufe siehst du am besten von der Riva oder vom Wellenbrecher bei Sv. Eufemija. Zwischen den Rennen wird der Hafen zu einer schwimmenden Ausstellung — restaurierte Batanas, Gajetas, Trabaccoli und andere Holzboote kann man besichtigen.
Der Start von TRANS MARIS
Die diesjährige Regatta ist gleichzeitig der offizielle Auftakt von TRANS MARIS, einem neuen EU-geförderten Projekt von Casa della Batana zusammen mit Partnern aus Italien. Erfahrene Segler und Bootsbauer geben ihr Wissen an junge Leute weiter — Rudern, Segeln, Segelmacherei und Bootspflege.
Am Regatta-Wochenende gibt es Vorführungen, Gespräche und einen ersten Einblick ins Mentoring-Programm. Ein Baustein, der dafür sorgen soll, dass die maritime Tradition von Rovinj nicht nur im Museum weiterlebt.
Wo du am besten zuschaust
- Die Riva (die Hafenpromenade) — am besten für Hafenstimmung, Essensstände und Boote aus der Nähe.
- Molo Grande (der große Pier) — guter Platz für Starts und Zieleinläufe.
- Der Wellenbrecher bei Sv. Eufemija — weniger Leute, weiter Blick auf die Strecke.
- Vom Boot aus — wer aufs Wasser kommt, sieht die Rennen aus dem besten Winkel. Bootstouren bieten vielleicht Regatta-Specials an. Halte Abstand zu den Segelcrews — das sind keine Touristenboote, sondern Teilnehmer mitten im Rennen, und die Wellen von Zuschauerbooten stören den Segelvorgang.
- Von der Insel Sv. Katarina — für einen ruhigeren Blick nimmst du die Fähre rüber nach Sv. Katarina und schaust der Regatta zu, mit den Holzbooten im Vordergrund und der Altstadt von Rovinj dahinter. Einer der schönsten Plätze, weit weg vom Trubel. Schau in den Fährplan — die Fähre fährt etwa stündlich, also plane die Überfahrt rechtzeitig.
Praktisches
- Wann: 12.–14. Juni 2026 (Donnerstag bis Samstag).
- Wo: Hafen von Rovinj und die Gewässer drumherum. Die Veranstaltungen drehen sich um die Riva und den Mali Mol.
- Kosten: Zuschauen ist kostenlos. Alles am Hafen und an der Uferpromenade ist offen für alle.
- Anreise: In die Altstadt kommen nur Fußgänger. Außerhalb parken und reinlaufen — siehe unseren Parkführer. Wenn du von außerhalb Istriens anreist, schau dir unseren Tipp zur Küstenstraße an, damit du ohne slowenische Vignette auskommst.
- Übernachten: Juni ist Nebensaison, also sind Unterkünfte leichter zu finden als im Juli oder August, aber das Regatta-Wochenende füllt sich schnell. Rechtzeitig buchen.
- Dazu kombinieren: Geh vorher oder nachher in die Casa della Batana — dieselbe Organisation steckt hinter der Regatta, und das Museum liefert dir den Hintergrund zu allem, was du auf dem Wasser siehst.
Gemessen an internationalen Regatten ist die von Rovinj klein — keine Werbung auf den Segeln, keine Megayachten. Gerade das macht sie aus. Ein Hafen voller Leute, die diese Boote wirklich segeln, bei einem Rennen vor einer Stadt, die sie tatsächlich gebaut hat.

