Das Schöne an Rovinj: Du bist mitten in Istrien, alles liegt nah. Die meisten dieser Tagesausflüge sind unter einer Stunde Fahrt. Miet dir ein Auto (schau in unseren Mobilitäts-Guide), dann passt so ein Ausflug locker in einen Tag und du bist abends noch zum Baden zurück.
Pula — römisches Amphitheater und mehr
40 Minuten südlich. Die Arena in Pula ist das sechstgrößte erhaltene römische Amphitheater der Welt und erstaunlich gut in Schuss. Dazu gibt es den Augustustempel, den Sergierbogen und eine überraschend gute Gastro-Szene. Pula ist eine echte Stadt, kein Touristendorf — ganz andere Stimmung als in Rovinj.
Nicht verpassen: Die Arena natürlich. Aber geh auch durch die alte Markthalle (Tržnica) für regionale Produkte und iss in einem der Lokale rund ums Forum zu Mittag.
Wenn du schon mal unten bist, fahr noch 15 Minuten weiter nach Süden bis Premantura und Rt Kamenjak — ein geschütztes Kap an der Südspitze Istriens mit 30 km wilder Küste, Kieselbuchten, Radwegen und einer Karstlandschaft, die eher nach Griechenland als nach Kroatien aussieht. Lässt sich gut als halber Tag an Pula dranhängen.
Motovun — die Trüffelhauptstadt
45 Minuten nordöstlich. Mittelalterliches Bergdorf, umgeben von Wäldern, in denen einige der besten Trüffel Europas wachsen. Die Auffahrt ist spektakulär — das Städtchen thront hoch über dem Tal der Mirna. Geh einmal um die Stadtmauer für den Rundumblick und iss dann in einem der Lokale innerhalb der Mauern alles, was mit Trüffel zu tun hat.
Nicht verpassen: Trüffelsuche mit ausgebildeten Hunden (mehrere Anbieter), und wenn du Ende Juli da bist, das Motovun Film Festival.
Wenn du schon oben bist: Roč liegt 25 Minuten weiter östlich — ein winziges befestigtes Dorf mit mittelalterlichem Tor und einer der besten Dorf-Konobas in Istrien. Passt super zu Motovun oder als Zwischenstopp auf dem Weg nach Hum.
Poreč — Euphrasius-Basilika (UNESCO)
30 Minuten nördlich. Poreč ist ein beliebter Küstenort mit einer UNESCO-Welterbestätte — die Euphrasius-Basilika, eine Kirche aus dem 6. Jahrhundert mit beeindruckenden byzantinischen Mosaiken. Die Altstadt ist nett für einen Spaziergang, aber touristischer als Rovinj. Gut für einen halben Tag.
Nicht verpassen: Die Mosaike der Basilika sind wirklich Weltklasse. Plan 30–45 Minuten ein.
Lim-Fjord
15 Minuten östlich. Streng genommen kein Fjord (sondern eine Ria — ein überflutetes Flusstal), sieht aber so aus. Eine dramatische, canyonartige Bucht, die sich 10 km ins Land zieht. Du kannst eine Bootstour machen oder einfach zum Aussichtspunkt oberhalb fahren und Fotos schießen. Hier gibt es Austern- und Muschelzuchten — kehr in einem der Lokale am Ufer ein und probier sie frisch.
Nicht verpassen: Frische Austern in den Lokalen am Fjord. Die werden direkt dort gezüchtet.
Nationalpark Brijuni
Fähre ab Fažana, 50 Minuten von Rovinj. Ein Nationalpark aus 14 Inseln vor der istrischen Küste — früher Titos Sommerresidenz, heute mit römischen Ruinen, Dinosaurier-Fußabdrücken und einem echten Safaripark (Zebras, Lamas, alles dabei). Auf die Hauptinsel kommst du nur mit geführter Tour; im Sommer die Fähre ab Fažana vorher buchen. Einen eigenen Brijuni-Guide bringen wir noch raus.
Grožnjan — das Künstlerdorf
50 Minuten nordöstlich. Ein winziges Bergdorf, das in den 1960ern von Künstlern und Musikern wiederbelebt wurde. Heute voller Galerien, Ateliers und Jazzkonzerte im Sommer. Sehr ruhig, sehr charmant, sehr fotogen. Lässt sich mit Motovun zu einem kompletten Tag im Landesinneren verbinden.
Nicht verpassen: Die Jazzabende im Sommer, der Blick von der Stadtmauer.
Hum — die „kleinste Stadt der Welt“
1 Stunde nordöstlich. Hum hat rund 20 Einwohner und wird gern als kleinste Stadt der Welt angepriesen. Das Etikett würde ich nicht ganz ernst nehmen — kommt drauf an, was man als „Stadt“ durchgehen lässt — aber der Ort selbst ist beeindruckend: Mauern aus dem 11. Jahrhundert, zwei schmale Gassen, die man in fünf Minuten abläuft, eine Kirche und weite Blicke über die Ćićarija-Hügel. Lässt sich gut mit Roč kombinieren.
Nicht verpassen: Den Biska (Misteltreber) in der Humska konoba und die Glagolitische Allee (Aleja glagoljaša) — eine Straße mit gehauenen Steindenkmälern auf dem Weg hinauf.
Weinroute durchs istrische Landesinnere
30–60 Minuten, je nach Route. Mittelistrien ist Weinland. Malvazija (weiß) und Teran (rot) sind die regionalen Rebsorten, und es gibt Dutzende kleine Familienweingüter mit Verkostungen. Viele machen auch Olivenöl und Trüffel. Das ist nicht Napa Valley — eher ruhig, unaufgeregt, und die Weine sind ausgezeichnet.
Nicht verpassen: Weinverkostung und Trüffel-Mittagessen in Motovun oder Livade kombinieren — der perfekte istrische Genusstag.
Venedig per Boot
3 Stunden mit dem Katamaran (nur im Sommer). Ja, du kannst von Rovinj aus einen Tagesausflug nach Venedig machen. Der Katamaran fährt etwa von Juni bis September. Früh los, Tag in Venedig, abends zurück. Ein langer Tag, aber absolut machbar. Fahrpläne gibt's bei Venezia Lines. 
Früh buchen — ist schnell voll.
Tipps
- Miet ein Auto für Ausflüge ins Landesinnere. Öffentliche Verbindungen zwischen den istrischen Orten sind mau.
- Kombinier die Ausflüge: Poreč + Motovun, Motovun + Grožnjan, Motovun + Roč + Hum, Pula + Brijuni oder Pula + Premantura / Kamenjak.
- Früh losfahren — dann entgehst du der Mittagshitze und findest noch Parkplätze in den beliebten Orten.
- Nimm Bargeld mit für kleine Weingüter und Lokale auf dem Land — nicht überall kannst du mit Karte zahlen.







