Rovinjs Altstadt liegt auf einer kleinen Halbinsel, die einst eine Insel war (sie wurde 1763 mit dem Festland verbunden). Das Ganze lässt sich in etwa 20 Minuten durchlaufen, aber du wirst dir mehr Zeit nehmen wollen. Der Reiz liegt darin, sich in den engen Gassen zu verlieren, auf winzige Plätze zu stoßen und Aussichtspunkte zu finden, von denen du nicht wusstest, dass sie existieren.

Rovinj harbor with fishing boats and colorful buildings

Start: Der Hafen

Beginne an der Haupthafenpromenade (Obala Pina Budicina). Das ist die Postkartenansicht — bunte Häuser entlang der Uferfront, Fischerboote schaukeln im Hafen, und die Kirche der Hl. Euphemia thront über allem. Der Morgenmarkt ist auf dem Platz direkt hinter der Uferfront — geh früh für die besten lokalen Produkte, Käse und Olivenöl.

Balbi Arch - the main gate into Rovinj old town

Balbi-Bogen

Das Haupttor zur Altstadt. 1680 an der Stelle des ehemaligen Stadttors erbaut, hat es einen venezianischen Löwen oben (schau hoch) und einen Türkenkopf auf der Innenseite — ein typisches venezianisches Triumphsymbol. Geh hindurch und du bist in der eigentlichen Altstadt.

Bell tower of St. Euphemia seen from Grisia street

Grisia-Straße

Die Hauptstraße hinauf zur Kirche. Im August verwandelt sie sich in eine Freiluft-Kunstgalerie während des Grisia Kunstfestivals — einer der ältesten Traditionen Rovinjs. Ganzjährig ist sie von Galerien und Handwerksläden gesäumt. Sie ist steil — gutes Wadentraining.

Church of St. Euphemia from the old cemetery

Kirche der Hl. Euphemia

Das Wahrzeichen. Das höchste Gebäude Istriens, mit einem 61 Meter hohen Glockenturm nach dem Vorbild von San Marco in Venedig. Steig auf den Turm (es ist ein kleines Abenteuer — die Treppen sind alt und eng) für die beste Panoramaaussicht in Rovinj. An klaren Tagen kannst du die italienische Küste sehen. Die Kirche selbst ist barock, im 18. Jahrhundert erbaut, und beherbergt den Sarkophag der Hl. Euphemia.

Tipp: Komm zum Sonnenuntergang. Der Blick vom Kirchhof über den Archipel ist der beste der Stadt.

Laundry lines between old town houses - the quiet side of Rovinj

Hinter der Kirche — Die ruhige Seite

Die meisten Touristen halten an der Kirche an und gehen zurück. Tu das nicht. Geh weiter hinter die Kirche zur anderen Seite der Halbinsel. Hier findest du keine Läden, keine Restaurants, nur alte Häuser, Wäsche die auf Leinen zwischen den Gebäuden trocknet und Katzen. Hier wohnen die Einheimischen. Die Gassen sind unglaublich eng — manche sind kaum schulterbreit. Achte auf die kleinen Durchgänge (genannt "portici") zwischen den Häusern, die das Meer einrahmen.

View from under the cathedral over the northern harbour

Die Uferpromenade

Lauf am Wasser entlang auf der Südseite der Halbinsel. Felsige Stellen wo Einheimische schwimmen, winzige Balkone die über dem Meer hängen, und Blicke hinüber zur Insel St. Katarina. Dieser Weg verbindet sich mit dem Waldpark Richtung Süden zu den Stränden.

Vladimira Švalbe street - the narrowest street in town

Vladimira-Švalbe-Straße

Die engste Straße der Stadt — du kannst mit ausgestreckten Händen beide Wände berühren. Eine spaßige Fotogelegenheit und eine gute Erinnerung daran, wie diese Stadt gebaut wurde: dicht gepackt, jeder Zentimeter Platz genutzt.

Das Batana-Bootsmuseum

Ein kleines Museum gewidmet der Batana, Rovinjs traditionellem Flachboden-Fischerboot. Ein netter Einblick in das Fischereierbe der Stadt. Das Museum organisiert auch abendliche "Batana-Events" mit Live-Volksmusik und traditionellem Essen an der Uferpromenade.

Sunset from Molo Grande - one of the best evening spots

Die Aussicht vom Park Škaraba

Südlich der Altstadt, gleich nach dem Yachthafen. Ein kleines Parkgebiet auf den Felsen mit dem klassischen Blick zurück auf die Skyline der Altstadt. Hier kommen Einheimische zum Abendschwimmen und um den Sonnenuntergang hinter der Altstadt zu beobachten. Bring ein Bier mit.

Tipps für den Altstadtspaziergang

  • Trag bequeme Schuhe. Kopfsteinpflaster überall. Flip-Flops und Absätze sind eine schlechte Idee.
  • Geh früh oder spät. Die Gassen sind magisch am Morgen vor den Massen und in der goldenen Stunde vor Sonnenuntergang.
  • Verirr dich absichtlich. Pack dein Handy weg und wandere einfach. Jede Biegung enthüllt etwas — ein kleiner Innenhof, eine Katze die in einem Eingang schläft, eine Aussicht die du nicht erwartet hast.
  • Schau nach oben. Die Architektur ist über Augenhöhe — gemeißelter Stein, venezianische Fenster, blumenbedeckte Balkone.
  • Die Südseite (hinter der Kirche) ist der authentischste Teil. Die meisten Touristen verpassen ihn komplett.